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Strompreisentwicklung für Unternehmen

Strompreise und ihre Entwicklung verstehen

Die Strompreise verändern sich kontinuierlich. Entwicklungen an den Großhandelsmärkten, Angebot und Nachfrage, Erzeugung, Brennstoff- und CO₂-Preise sowie wirtschaftliche und geopolitische Faktoren können die Preisentwicklung beeinflussen.
Für Gewerbe und Industrie ist dabei nicht nur das aktuelle Preisniveau relevant. Auch die Entwicklung des Strommarktes und der Zeitpunkt der Beschaffung können bei der Planung der Energiebeschaffung eine wichtige Rolle spielen.
WattBroker unterstützt Unternehmen dabei, Entwicklungen am Strommarkt im Zusammenhang mit ihrer individuellen Energiebeschaffung einzuordnen.

Welche Faktoren beeinflussen die Strompreisentwicklung?

Die Entwicklung der Strompreise wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Unterschiedliche Entwicklungen können gleichzeitig auf Angebot, Nachfrage und die Preisbildung am Strommarkt wirken. Die folgenden Punkte zeigen ausgewählte wesentliche Einflussgrößen und deren Bedeutung für die Strompreisentwicklung.

Angebot und Nachfrage

Das Verhältnis von verfügbarem Stromangebot und aktueller Nachfrage ist ein wesentlicher Faktor für die Preisbildung. Veränderungen bei Erzeugung und Verbrauch können sich deshalb auf die Preise am Großhandelsmarkt auswirken. Auch Speicher und andere flexible Verbraucher oder Erzeuger können dazu beitragen, Angebot und Nachfrage zeitlich zu verschieben.

Erneuerbare Energien

Wind- und Solarenergie beeinflussen zunehmend das verfügbare Stromangebot. Eine hohe Einspeisung erneuerbarer Energien kann das Angebot erhöhen und die Situation am Strommarkt deutlich verändern.
Bei geringer Einspeisung aus Wind- und Solarenergie müssen andere verfügbare Erzeugungsanlagen einen größeren Teil der Stromnachfrage decken.

Brennstoffpreise

Die Preise für Energieträger wie Erdgas und Kohle beeinflussen die Erzeugungskosten konventioneller Kraftwerke. Steigende oder fallende Brennstoffpreise können sich dadurch auch auf die Strompreisbildung am Großhandelsmarkt auswirken.

CO₂-Preise

Für die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern entstehen im europäischen Emissionshandel Kosten für CO₂-Zertifikate. Veränderungen der Zertifikatspreise können die Erzeugungskosten beeinflussen und damit Auswirkungen auf die Preisbildung am Strommarkt haben.

Kraftwerksverfügbarkeit

Wartungen, technische Ausfälle oder Veränderungen bei verfügbaren Erzeugungskapazitäten können das Stromangebot beeinflussen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel zwischen verfügbarer Erzeugungsleistung und aktueller Stromnachfrage.

Wetter und Saisonalität

Temperaturen, Wind, Sonneneinstrahlung und saisonale Verbrauchsmuster beeinflussen sowohl die Stromerzeugung als auch die Nachfrage. Dadurch können sich im Jahresverlauf unterschiedliche Situationen und Preisniveaus am Strommarkt ergeben.

Europäischer Stromhandel und Netze

Deutschland ist eng mit den europäischen Strommärkten verbunden. Grenzüberschreitender Stromhandel, verfügbare Übertragungskapazitäten und Entwicklungen in benachbarten Märkten können deshalb ebenfalls Einfluss auf die Preisbildung haben. Netzengpässe und verfügbare Transportkapazitäten können zusätzlich beeinflussen, wie Strom zwischen Regionen und Ländern ausgetauscht werden kann.

Geopolitische Entwicklungen

Internationale Krisen, Konflikte, Veränderungen bei Energieimporten und Entwicklungen auf globalen Rohstoffmärkten können sich auf Verfügbarkeit und Kosten von Energieträgern auswirken. Dadurch können indirekt auch die Strompreise beeinflusst werden.

Energiepolitik und Regulierung

Politische und regulatorische Rahmenbedingungen können den Energiemarkt langfristig verändern. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen bei Erzeugungsstrukturen, Emissionshandel, Netzen sowie weitere gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen.

Konjunktur und industrielle Nachfrage

Die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst den Strombedarf von Gewerbe und Industrie. Veränderungen bei Produktion, Auslastung und wirtschaftlicher Aktivität können die Nachfrage nach Strom erhöhen oder reduzieren und damit auch das Marktumfeld beeinflussen.

Wie entsteht der Strompreis am Großhandelsmarkt?

Angebot, Nachfrage und Merit-Order

Am Stromgroßhandelsmarkt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Bei der Preisbildung spielt unter anderem die sogenannte Merit-Order eine wichtige Rolle.
Vereinfacht dargestellt werden Stromerzeugungsangebote entsprechend ihrer kurzfristigen Erzeugungskosten berücksichtigt, bis die benötigte Strommenge gedeckt ist. Das zur Deckung der Nachfrage zuletzt noch benötigte Angebot kann den Marktpreis für die jeweilige Lieferperiode bestimmen.
Dadurch können beispielsweise Brennstoff- und CO₂-Kosten konventioneller Kraftwerke Einfluss auf den Strompreis haben, auch wenn gleichzeitig große Mengen Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden.
Steht dagegen viel Strom mit niedrigen kurzfristigen Erzeugungskosten zur Verfügung und ist die Nachfrage entsprechend gering, können Großhandelspreise deutlich sinken. Unter bestimmten Marktbedingungen können kurzfristig sogar negative Strompreise auftreten.
Die Merit-Order erklärt damit einen wichtigen Teil der kurzfristigen Preisbildung am Stromgroßhandelsmarkt. Sie ist jedoch nicht der einzige Faktor, der die Strompreisentwicklung beeinflusst.

Was bedeutet die Strompreisentwicklung für Unternehmen?

Marktentwicklung in die Energiebeschaffung einordnen

Die Entwicklung am Strommarkt kann für Unternehmen ein wichtiger Faktor bei der Energiebeschaffung sein. Ein einzelner aktueller Marktpreis sollte dabei jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend sind unter anderem die individuelle Verbrauchssituation, der Lieferzeitraum, die Vertragslaufzeit und die gewählte Beschaffungsstrategie.
Je nach Unternehmen können unterschiedliche Beschaffungsmodelle wie Fixpreis und Terminmarkt, Spotmarkt oder Trancheneinkauf infrage kommen. Die Wahl des passenden Modells hängt unter anderem von gewünschter Planungssicherheit, Flexibilität und dem Umgang mit Preisrisiken ab.

Strompreisentwicklung und Beschaffungszeitpunkt

Marktpreise können sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Strompreisentwicklung nicht erst unmittelbar vor dem Ende eines bestehenden Energieliefervertrags zu betrachten.
Eine frühzeitige Beschäftigung mit der weiteren Energiebeschaffung schafft mehr Zeit, um Marktentwicklungen, Vertragslaufzeiten und unterschiedliche Angebote einzuordnen.
Der günstigste zukünftige Beschaffungszeitpunkt lässt sich jedoch nicht sicher vorhersagen. Marktbeobachtung dient deshalb der Einordnung und Entscheidungsunterstützung – nicht der Garantie eines bestimmten zukünftigen Preisniveaus.

Von der Strompreisentwicklung zur Energiebeschaffung

WattBroker betrachtet die Entwicklung am Strommarkt gemeinsam mit der individuellen Versorgungssituation eines Unternehmens.
Auf dieser Grundlage können unterschiedliche Angebote, Vertragsmodelle und Beschaffungsstrategien miteinander verglichen und eingeordnet werden.
Die Strompreisentwicklung liefert dabei wichtige Marktinformationen. Die konkrete Beschaffungsentscheidung richtet sich jedoch nach den Anforderungen und Rahmenbedingungen des jeweiligen Unternehmens.
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